Activision-Tester haben ein Streikmandat – Modern-Warfare-4-Start bleibt geplant
Call of Duty: Modern Warfare 4 PC ab 54,54 € Von Gameforest Redaktion Veröffentlicht 3 Minuten LesezeitBei Activision ist ein Arbeitskampf möglich, aber noch nicht ausgerufen. Die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten der Qualitätssicherung haben am 15. Oktober 2026 mit großer Mehrheit dafür gestimmt, ihrer Gewerkschaft die Ausrufung eines Streiks zu erlauben. Nach Angaben der Communications Workers of America (CWA) könnten die Tester ihre Arbeit niederlegen, wenn die Verhandlungen über einen ersten Tarifvertrag weiter stocken. Für Spieler ist dabei die Unterscheidung entscheidend: Ein Streikmandat ist noch keine Arbeitsniederlegung und erst recht keine bestätigte Verschiebung von Call of Duty: Modern Warfare 4.
Ein Mandat nach zwei Jahren ohne ersten Vertrag
Die Beschäftigten gehören zur Activision Quality Assurance United und werden von drei CWA-Ortsverbänden vertreten. Ihre gewerkschaftliche Organisation entstand im März 2024 mit knapp 600 Testern; im August desselben Jahres begannen laut Gewerkschaft die Tarifgespräche. Mehr als zwei Jahre später gibt es noch keinen ersten Abschluss. Das Votum gibt der CWA-Führung die Möglichkeit, bei Bedarf zum Streik aufzurufen. Ob und wann sie davon Gebrauch macht, ist offen.
Als strittige Punkte nennt die Arbeitnehmerseite höhere Löhne, den Einsatz externer Auftragnehmer, Regeln für künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz und angemessene Arbeitsbedingungen beziehungsweise Vorkehrungen für Beschäftigte mit Behinderungen. Die Gewerkschaft wirft Activision vor, Verhandlungen zu verzögern. Das ist ihre Darstellung des Konflikts, nicht die Feststellung einer unabhängigen Stelle.
Der Spielstart ist nicht abgesagt
Die Abstimmung fällt unmittelbar vor eine wichtige Startwoche: Der angekündigte Kampagnen-Frühzugang von Modern Warfare 4 beginnt für berechtigte Käufer am 16. Oktober, die weltweite Veröffentlichung ist auf den 23. Oktober 2026 datiert. Beides sind weiterhin die kommunizierten Termine. Eine Streikankündigung, eine Änderung des Releaseplans oder einen konkreten Ausfall von Online-Diensten gibt es bislang nicht.
In einer gegenüber Kotaku abgegebenen Stellungnahme widerspricht Activision der Darstellung einer festgefahrenen, nicht ernsthaft geführten Verhandlung. Das Unternehmen erklärt, man habe auf mehreren Feldern Fortschritte gemacht, respektiere das Streikrecht und habe der Gewerkschaft weitere Treffen für den 21. und 22. Oktober angeboten. Activision sagt außerdem, Vorkehrungen getroffen zu haben, um Störungen für Spieler und anstehende Veröffentlichungen zu vermeiden. Das ist eine Unternehmenszusage, keine unabhängig überprüfte Garantie.
Warum die Situation bei Blizzard anders ist
Der Konflikt betrifft eine bestimmte Beschäftigtengruppe bei Activision, nicht sämtliche Studios des Microsoft-Konzerns. Ein Blick auf die ebenfalls zu Microsoft gehörende Schwesterfirma Blizzard zeigt den Unterschied: Dort haben laut einer CWA-Mitteilung vom 9. September fast 1.900 gewerkschaftlich vertretene Beschäftigte bereits einen ersten Tarifvertrag ratifiziert. Dieser enthält unter anderem Schutzregelungen bei Entlassungen, Verbesserungen für hybride Arbeit und Verfahren zum Umgang mit KI.
Die Vereinbarungen bei Blizzard gelten nicht automatisch für die Activision-Tester. Sie zeigen aber, dass innerhalb desselben Konzerns unterschiedliche Tarifverfahren zu unterschiedlichen Zeitpunkten abgeschlossen werden können. Welche Bedingungen Activision und CWA vereinbaren, bleibt offen.
Was jetzt tatsächlich beobachtet werden muss
Für Modern Warfare 4 sind drei Dinge auseinanderzuhalten: die bereits erfolgte Abstimmung, ein möglicher späterer Streikaufruf und erst dann die Frage nach konkreten Folgen für Tests, Updates oder den Spielbetrieb. Solche Folgen wären denkbar, sind gegenwärtig aber nicht belegt. Der nächste greifbare Termin außerhalb des Spielstarts sind die von Activision vorgeschlagenen Verhandlungstage am 21. und 22. Oktober. Informationen zu Kampagne, DMZ und dem normalen Veröffentlichungsplan stehen im Spieleprofil von Modern Warfare 4.