SILENT HILL: Townfall im Review-Roundup: Atmosphäre stark, Stealth spaltet
Von Magnus Ohle Veröffentlicht 3 Minuten LesezeitDie ersten Tests zu SILENT HILL: Townfall sind da – und über einen Punkt herrscht erstaunlich viel Einigkeit: Screen Burn Interactive trifft die bedrückende Atmosphäre der Reihe sehr gut. Deutlich stärker auseinander gehen die Meinungen beim Stealth, bei der Gegner-KI und bei einzelnen Abschnitten der zweiten Spielhälfte.
Das neue Silent Hill erscheint am 24. September 2026 für PC und PlayStation 5. Schon in unserem Hands-on-Roundup zeichnete sich ab, dass St. Amelia, das CRTV und die Ego-Perspektive die größten Stärken sein könnten. Die fertigen Reviews bestätigen dieses Bild weitgehend, zeigen aber auch deutlicher, wo Townfall aneckt.
St. Amelia und die Geschichte überzeugen viele Tests
GameSpot sieht in Townfall einen weiteren starken Schritt für die wiederbelebte Silent-Hill-Reihe. Besonders gelobt werden die melancholische, unheilvolle Stimmung der schottischen Insel sowie die Art, wie Screen Burn bekannte Motive der Serie aufgreift, ohne lediglich Silent Hill 2 zu kopieren. GamingTrend kommt zu einem ähnlich positiven Urteil und hebt Atmosphäre, Story, Rätsel und die mehreren Enden hervor.
Auch Slant Magazine stellt die Ego-Perspektive und das CRTV in den Mittelpunkt. Der kleine Fernseher ersetzt das klassische Radio nicht einfach, sondern wird aktiv genutzt, um Gegner über verrauschte Signale aufzuspüren. Das passt zu Screen Burns genereller Ausrichtung: Townfall will den Spieler näher an Räume, Geräusche und Monster heranholen, statt den Horror aus sicherer Distanz zu zeigen.
Gamersyde lobt ebenfalls die Mischung aus Rätseln, Erkundung, Stealth und begrenzter Action. Der erste Durchlauf soll dort je nach Spielweise etwa 15 bis 20 Stunden gedauert haben. Hinzu kommen mehrere Enden und New Game Plus, wodurch Townfall deutlich mehr als ein kurzer experimenteller Ableger ist.
Der größte Streitpunkt ist das Stealth
Genau dort, wo Townfall am deutlichsten von anderen Serienteilen abweicht, wird die Kritik schärfer. VGC beschreibt das Spiel als atmosphärisch herausragenden Horror, der durch frustrierende Stealth-Passagen ausgebremst werde. The Outerhaven kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Story, Rätsel und das CRTV funktionieren, während erzwungene Schleichabschnitte, restriktive Begegnungen und einzelne Gegnerdesigns den Spielfluss stören.
Andere Tests sehen das Stealth weniger kritisch. TechRadar bewertet die Mischung aus Schleichen, Erkundung, Puzzles und gelegentlichen Kämpfen insgesamt positiv, bemängelt dafür unter anderem wenig einprägsame Monsterdesigns und steife Gesichtsanimationen. GamingTrend berichtet wiederum von empfindlicher Gegner-KI, einzelnen Performance-Drops und Abstürzen auf PS5, ohne dass diese Probleme den Gesamteindruck zerstört hätten.
UnGeek fällt merklich zurückhaltender aus und kritisiert neben KI- und Performance-Problemen vor allem, dass Townfall seine stärksten Ideen nicht durchgehend ausspiele. Das macht den Review-Konsens interessanter als eine reine Zahlenübersicht: Fast alle besprochenen Tests erkennen dieselben Stärken, bewerten aber sehr unterschiedlich, wie stark die Stealth- und Strukturprobleme ins Gewicht fallen.
Ein ungewöhnlich geschlossenes Bild vor dem Release
Über die verschiedenen Reviews hinweg zeichnen sich damit klare Konstanten ab. St. Amelia, Sounddesign, Atmosphäre, Rätsel und die First-Person-Inszenierung werden häufig gelobt. Kritischer beurteilt werden Stealth, Gegner-KI, Monsterabwechslung und teilweise die technische Performance. Wer Townfall vor allem wegen seiner düsteren Welt und seiner Geschichte im Blick hat, bekommt aus den ersten Tests deutlich mehr positive als negative Signale. Wer mit erzwungenem Schleichen wenig anfangen kann, sollte gerade diesen Punkt im Auge behalten.
Wie stark die einzelnen Kritikpunkte im eigenen Durchlauf auffallen, lässt sich ab dem 24. September beantworten. Die Digital Deluxe Edition startet bereits 48 Stunden früher.