Bericht: Xbox plant weitere Entlassungen und will mehrere Studios zusammenlegen
Von Magnus Ohle Veröffentlicht 3 Minuten LesezeitBei Xbox steht offenbar die nächste Phase des bereits angekündigten Umbaus bevor. Laut einem neuen Bericht von The Information plant Microsofts Gaming-Sparte noch in dieser Woche die Entlassung von mehreren hundert Beschäftigten. Gleichzeitig sollen mehrere Entwicklungsstudios zusammengelegt beziehungsweise organisatorisch gebündelt werden.
Der Bericht beruft sich auf eine mit den Plänen vertraute Person. Welche Studios konkret betroffen sind und wie die angekündigte Konsolidierung praktisch aussehen soll, ist bislang nicht bekannt. Eine Stellungnahme von Xbox lag The Information zum Veröffentlichungszeitpunkt nicht vor.
Die neue Runde folgt auf den großen Xbox-Umbau vom Juli
Die Meldung kommt nicht aus dem Nichts. Xbox-Chefin Asha Sharma hatte am 6. Juli 2026 den nach eigenen Worten größten Umbau in der Geschichte der Sparte angekündigt. In einem öffentlich auf Xbox Wire veröffentlichten internen Schreiben bezifferte sie den geplanten Stellenabbau für das laufende Geschäftsjahr auf rund 3.200 Rollen. Etwa 1.600 Stellen sollten damals unmittelbar wegfallen, weitere Einschnitte über den Rest des Geschäftsjahres folgen.
Ob die nun berichteten mehreren hundert Stellen vollständig innerhalb dieses bereits angekündigten Rahmens liegen, geht aus dem aktuellen Bericht nicht ausdrücklich hervor. Inhaltlich passt die neue Runde jedoch zu dem im Juli beschriebenen mehrstufigen Umbau.
Damals hatte Xbox zudem angekündigt, vier Studios aus der bisherigen Struktur zu lösen: Compulsion Games und Double Fine Productions sollten wieder unabhängig werden, während Ninja Theory und Undead Labs in neue Eigentümerstrukturen wechseln sollten. Parallel stellte Sharma weitere Kürzungen und Investitionsverschiebungen bei Activision, Bethesda/ZeniMax, Blizzard, King, Mojang und Xbox Game Studios in Aussicht.
„Konsolidierung“ bleibt bislang der entscheidende offene Punkt
Neu ist vor allem die Aussage, dass Xbox nun mehrere Studios konsolidieren will. The Information nennt dafür bislang keine konkreten Namen. Entsprechend offen bleibt, ob Teams organisatorisch zusammengeführt, Publishing-Strukturen gebündelt oder einzelne Studios enger unter gemeinsame Führung gestellt werden sollen.
Gerade deshalb ist Zurückhaltung bei möglichen Folgen angebracht. Der Bericht nennt weder konkrete Schließungen noch Spielstreichungen. Auch eine Liste betroffener Projekte gibt es aktuell nicht. Im Juli hatte Xbox ausdrücklich erklärt, dass durch die damaligen Kürzungen keines der öffentlich angekündigten First-Party-Spiele eingestellt werde.
Die Richtung des Umbaus ist allerdings klar: Xbox will seine Kostenstruktur vereinfachen und Investitionen stärker auf große Marken konzentrieren. The Information berichtet, dass Sharma unter anderem eine stärkere Fokussierung auf etablierte Reihen wie The Elder Scrolls und Fallout vorantreibt, während kleinere Einheiten stärker unter wirtschaftlichen Druck geraten.
Microsoft hatte weitere Veränderungen bereits angekündigt
Schon im Juli schrieb Sharma, Xbox sei organisatorisch zu fragmentiert geworden. Teams, Studios und Funktionen hätten zu häufig unabhängig voneinander gearbeitet, Entscheidungen seien dadurch langsamer und Verantwortlichkeiten unklarer geworden. Der Konzern kündigte deshalb flachere Managementstrukturen, gemeinsame Dienste und deutlich geringere externe Ausgaben an.
Der jetzt gemeldete nächste Schritt würde genau in diese Strategie passen. Noch fehlt allerdings die offizielle Bestätigung für Umfang und betroffene Studios. Bis Microsoft oder Xbox selbst Details veröffentlichen, bleibt daher vor allem eines sicher: Der im Sommer angekündigte Umbau der Gaming-Sparte ist noch nicht abgeschlossen.
Quellen: The Information; Xbox Wire: „Resetting Xbox“.