Ubisoft verhandelt Stellenabbau in Deutschland – Folgen für Anno und Rayman noch offen
Von Gameforest Redaktion Veröffentlicht 3 Minuten Lesezeit
Ubisoft verhandelt über ein Programm freiwilliger Abgänge an seinen deutschen Entwicklungsstandorten Düsseldorf, Mainz und Berlin. Ein Unternehmenssprecher bestätigte gegenüber Game File, dass Gespräche mit der Arbeitnehmervertretung laufen. Nach Recherchen des Magazins sollen ungefähr 100 Stellen wegfallen. Diese Zahl hat Ubisoft bislang nicht bestätigt. Auch die Bedingungen für mögliche Abfindungen sind noch nicht abschließend vereinbart. Es handelt sich daher um einen geplanten Personalabbau und nicht um bereits vollzogene Kündigungen.
Ein Studioverbund, aber unterschiedliche Aufgaben
Die drei deutschen Teams werden unter dem Dach von Ubisoft Blue Byte geführt. Wer wissen will, welche Spiele mit den Standorten verbunden sind, muss allerdings zwischen der Federführung für ein Spiel und der Mitarbeit an internationalen Produktionen unterscheiden.
Für Anno 117: Pax Romana ist Ubisoft Mainz der prägende Entwickler. Die Mainzer Studioseite nennt außerdem Beiträge zu Rainbow Six Siege und Beyond Good and Evil 2. Ubisoft Berlin arbeitet laut eigener Projektübersicht an Rainbow Six Siege und unterstützt Rayman Legends Retold. Bei Ubisoft Düsseldorf liegt ein Schwerpunkt auf technischer und spielerischer Mitentwicklung. Das Studio beteiligt sich ebenfalls an Rayman und Siege sowie an Technologien und Diensten wie Snowdrop und Ubisoft Connect.
Damit umfasst die Personalplanung sowohl ein Studio, das eine große Aufbau-Reihe maßgeblich entwickelt, als auch Teams, deren Arbeit in Produktionen anderer Ubisoft-Standorte einfließt. Welche Abteilungen oder konkreten Projekte am Ende Stellen verlieren sollen, ist nicht öffentlich belegt.
Warum „freiwillig“ noch kein abgeschlossenes Ergebnis ist
Nach Ubisofts Darstellung ist ein freiwilliges Austrittsprogramm der bevorzugte Weg für die organisatorischen Änderungen. Die Verhandlungen mit der Arbeitnehmervertretung müssen aber erst die Bedingungen klären. Game File berichtet, dass der mögliche Umfang von rund 100 Stellen zu einem erheblichen Teil auf Düsseldorf entfallen könnte. Auch diese Verteilung ist bislang eine journalistische Recherche und keine von Ubisoft bestätigte endgültige Liste.
Für Beschäftigte macht diese Unterscheidung einen wesentlichen Unterschied: Ein vorgeschlagenes Abfindungsprogramm bedeutet weder, dass die angebotenen Konditionen feststehen, noch dass bereits genügend Mitarbeiter zugestimmt hätten. Ein Termin für den Abschluss der Gespräche ist öffentlich nicht genannt.
Keine bestätigten Absagen für Anno oder Rayman
Aus den Personalgesprächen lässt sich bislang keine Streichung oder Verschiebung eines bestimmten Spiels ableiten. Weder für Anno noch für die anderen auf den offiziellen Studioseiten genannten Projekte liegt in dieser Meldung eine entsprechende Unternehmensankündigung vor. Es wäre deshalb verfrüht, aus der Zahl möglicher Abgänge konkrete Folgen für Updates, Erweiterungen oder Erscheinungstermine abzuleiten.
Die Verhandlungen fallen in eine Phase, in der Ubisoft seine internationale Studiostruktur auch andernorts verändert. Für das finnische Team RedLynx und Stellen in Singapur hatte Gameforest separat über andere Pläne berichtet. Die Entscheidung über das deutsche Programm steht davon unabhängig noch aus.