RedLynx vor möglicher Schließung: Was aus Ubisofts Mobilplänen wurde
Von Gameforest Redaktion Veröffentlicht 3 Minuten Lesezeit
Vor einem Jahr plante Ubisoft noch, RedLynx zu einem Spezialisten für Mobilspiele umzubauen. Jetzt steht das Entwicklerstudio in Helsinki vor einer möglichen vollständigen Schließung. Laut der am 14. Oktober veröffentlichten Recherche von Video Games Chronicle bereitet Ubisoft einen entsprechenden Vorschlag vor. Rund 52 Arbeitsplätze wären betroffen. Auch GamesIndustry.biz berichtet über die Pläne. Eine endgültige Studioschließung ist nicht beschlossen: In Finnland stehen zunächst die vorgeschriebenen Verhandlungen mit den Beschäftigten an. Parallel soll Ubisoft Singapore nach den Berichten etwa 70 Stellen verlieren, aber als Standort bestehen bleiben.
Die Mobilstrategie von 2025 und die offene Projektfrage
Im offiziellen Vorschlag vom Oktober 2025 beschrieb RedLynx ein neues Profil: Nach einem möglichen Abbau von bis zu 60 Stellen sollte das Studio vor allem an Spielen für kleinere Bildschirme arbeiten und zwei unangekündigte Mobilprojekte leiten. Die Arbeit am Snowdrop-Technologiebereich war damals von den Verhandlungen ausgenommen. Nun meldet Video Games Chronicle unter Berufung auf eigene Informationen, RedLynx verfüge aktuell über kein neues Projekt, das einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb ermögliche. Das ist bislang eine journalistisch berichtete Einschätzung, keine öffentliche Projektliste von Ubisoft. Ob die 2025 genannten Mobilprojekte eingestellt, verlagert oder anders weitergeführt wurden, ist nicht bestätigt.
Mehr als Trials
Bekannt wurde RedLynx mit der Motorrad-Plattformspielreihe Trials, darunter Trials HD, Trials Evolution, Trials Fusion und Trials Rising. Laut eigener Spieleübersicht unterstützte das Studio zuletzt auch die Switch-2-Fassung von Star Wars Outlaws, The Division 2, Rainbow Six Mobile und Ubisofts Snowdrop-Technologie. Aus dem Schließungsvorschlag folgt bislang weder eine bestätigte Einstellung der Trials-Marke noch die Abschaltung eines konkreten Spiels.
Singapore soll verkleinert werden, nicht schließen
Ubisoft Singapore leitete unter anderem die Entwicklung von Skull and Bones. Der jetzt berichtete Personalabbau betrifft rund 70 Stellen; die Arbeit am Standort soll nach bisherigem Kenntnisstand jedoch fortgesetzt werden. Die Situation unterscheidet sich damit grundlegend vom vorgeschlagenen Ende des finnischen Studios. Ob einzelne laufende Projekte ihre Zuständigkeiten wechseln, ist noch offen.
Der Rahmen: Ubisofts Umbau
Bereits im Januar 2026 kündigte Ubisoft eine Umstrukturierung in fünf spezialisierte Creative Houses mit zentralen Unterstützungsfunktionen an. Der Konzern verknüpfte dies ausdrücklich mit Einsparungen und einer Konzentration seines Spieleportfolios. In Helsinki könnte diese Ausrichtung nun zum Wegfall eines langjährigen Entwicklerstudios führen; in Singapore zur Verkleinerung einer weiterhin tätigen Produktionseinheit. In beiden Fällen sind die finalen personellen und projektbezogenen Folgen von den nächsten Entscheidungen abhängig.
Quellen: VGC – aktuelle Recherche vom 14. Oktober 2026, GamesIndustry.biz – Einordnung der Umbaupläne, RedLynx – offizieller Umbauvorschlag von 2025, RedLynx – Studioportfolio, Ubisoft – Konzernumbau vom Januar 2026.