s&box soll kostenlos werden – für Community-Entwickler ändern sich die Regeln schon jetzt
Von Gameforest Redaktion Veröffentlicht 3 Minuten LesezeitFacepunch Studios will s&box gegen Ende 2026 kostenlos zugänglich machen. Die Ankündigung vom 13. Oktober betrifft aber nicht bloß den Preis: Das Studio ändert bereits jetzt, welche Community-Spiele gefördert werden und wie Karten künftig verteilt werden sollen. Für Spieler ist der niedrigere Einstieg also noch Zukunftsmusik, für Entwickler beginnt der Umbau schon.
Derzeit bleibt s&box auf Steam ein kostenpflichtiges Produkt. Einen Stichtag für die Umstellung auf Free-to-play hat Facepunch nicht genannt. Wer bisher für den Zugang bezahlt hat, soll exklusive Gegenstände für sein Steam-Inventar erhalten; Art und Umfang dieser Entschädigung sind nicht für jede Kaufvariante abschließend beschrieben. Das geht aus dem offiziellen Entwicklungsbericht hervor.
Creator müssen sich für den Play Fund bewerben
Eine der folgenreichsten Änderungen ist bereits umgesetzt: An dem Play Fund, über den Ersteller an der Nutzung ihrer Community-Spiele verdienen können, nimmt ein Projekt nicht mehr automatisch nach einer Anmeldung teil. Stattdessen müssen Entwickler einen Antrag stellen, den Facepunch annimmt oder ablehnt. Das Studio spricht offen davon, künftig mehr Gewicht auf ausgearbeitete Spiele und weniger auf leicht reproduzierbare Klick- oder Leerlaufkonzepte zu legen.
Für Entwickler verändert das die wirtschaftliche Ausgangslage. Ein Spiel lässt sich weiterhin auf der Plattform veröffentlichen, die Teilnahme am Fördermodell ist aber eine zusätzliche Auswahlentscheidung. Die Kriterien stehen nach Angaben des Studios nicht endgültig fest. Ein Anspruch auf Einnahmen allein durch die Veröffentlichung lässt sich daraus nicht ableiten.
Karten wandern zum Steam Workshop – die Suche noch nicht
Auch die Infrastruktur wird umgebaut. Neu veröffentlichte Karten landen nun im Steam Workshop. Abonnements und Downloads werden dort verwaltet. Wer innerhalb von s&box nach Karten sucht, nutzt derzeit allerdings weiterhin die Facepunch-Suche. Der Wechsel des eigentlichen Entdeckungssystems steht noch aus.
Damit entsteht eine Übergangsphase mit praktischen Folgen: Kartenautoren sollen ihre bisherigen Arbeiten über den Workshop veröffentlichen, damit Spieler sie nach dem späteren vollständigen Wechsel wiederfinden können. Der Schritt betrifft das dauerhafte Angebot an Inhalten, nicht nur eine kosmetische Überarbeitung der Oberfläche.
Ein anderer Schwerpunkt für dasselbe PC-Spiel
s&box verbindet Community-Spiele mit einem Source-2-Editor und C#-Skripten. Die Windows-Fassung erschien am 28. April 2026 auf Steam. Seit dem 1. September 2026 gibt es laut Facepunch außerdem einen nativen Linux-Client und -Editor. Beide gehören zur PC-Plattform, nicht zu getrennten kommerziellen Konsolenfassungen.
Für Spieler sollen künftig die unmittelbar spielbaren Erlebnisse stärker im Vordergrund stehen. Facepunch will den eigenen Sandbox-Modus ausbauen und gute Community-Spiele gezielter sichtbar machen, statt Besucher mit einer möglichst großen Auswahl allein zu lassen. Das sind Zielsetzungen des Studios, keine bereits nachgewiesenen Ergebnisse.
Als sichtbares Zeichen dieses Kurswechsels wurde auch der bisherige stilisierte Citizen-Avatar aus dem Auswahlmenü genommen. Menschliche Modelle sind nun Standard. In älteren Community-Spielen bleibt Citizen technisch erhalten, sofern diese ihn verwenden.
Was noch nicht feststeht
Offen sind der genaue Termin des kostenlosen Zugangs, die endgültigen Regeln für die Auswahl geförderter Projekte sowie der Zeitpunkt, zu dem die Kartensuche komplett auf Steam Workshop umgestellt wird. Fest steht hingegen: Facepunch hat einige Eingriffe in die Plattform bereits vorgenommen. Die angekündigte Öffnung für neue Spieler kommt erst noch.
Quellen: Facepunch, Entwicklungsbericht vom 13. Oktober 2026; offizielle Steam-Produktseite; Facepunch, Linux-Client vom 1. September 2026.