Rainbow Six Siege statt Siege 2: Ubisoft erklärt seine Langzeitstrategie

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Rainbow Six Siege X – offizielles Ubisoft-Motiv
Bild: Ubisoft · Bildquelle

Rainbow Six Siege soll vorerst keinen klassischen Nachfolger bekommen. Creative Director Joshua Mills erklärt in einem aktuellen Interview, warum Ubisoft die bestehende Plattform weiterentwickeln will, statt Team und Technologie für ein Siege 2 neu aufzustellen. Der entscheidende Punkt ist weniger fehlender Ehrgeiz als die enorme operative Last eines kompletten Neustarts.

Im Gespräch mit The Game Business beschreibt Mills einen Neubau des gesamten Spiels als gewaltiges Projekt. Für einen echten zweiten Teil müsste Ubisoft nicht nur einzelne Systeme modernisieren, sondern die technische Basis umfassend neu errichten. Gleichzeitig ließe sich der laufende Live-Betrieb kaum mit derselben Mannschaft aufrechterhalten. Genau deshalb habe das Team mit Siege X einen anderen Weg gewählt: zentrale Bausteine erneuern, ohne das bestehende Spiel und seine Community abzuschalten.

Wer den aktuellen Stand des Shooters nachschlagen möchte, findet Plattformen, Systeme und die dauerhaften Änderungen von Siege X auf unserer Seite zu Rainbow Six Siege.

Siege X war bereits ein Umbau am laufenden Spiel

Wie aufwendig selbst dieser Ansatz war, macht Mills im Interview deutlich. Während der Entwicklung von Siege X musste das Team am Fundament arbeiten und gleichzeitig weiter ein aktives Live-Spiel bedienen. Unter anderem wurden Audio und Beleuchtung neu aufgebaut. Ubisoft bezeichnete Siege X bei der Vorstellung entsprechend als grundlegende Weiterentwicklung: Seit dem Start am 10. Juni 2025 gehören Free Access, der permanente 6v6-Modus Dual Front, modernisierte Karten, neue zerstörbare Umgebungsobjekte, Änderungen am Abseilen und ein überarbeitetes Audiosystem zur Plattform.

Der Umbau hatte allerdings seinen Preis. Mills berichtet von hoher technischer Belastung und Erschöpfung im Team. Nach dem Launch habe Ubisoft zunächst Luft schaffen müssen, was wiederum zu einer ruhigeren Phase bei den saisonalen Inhalten führte. Seine Lehre daraus: Ein kompletter Nachfolger wäre nicht einfach „mehr Siege X“, sondern würde Ressourcen in einer ganz anderen Größenordnung binden.

Warum Ubisoft den laufenden Betrieb nicht für Siege 2 opfern will

Für Mills spricht außerdem die modulare technische Architektur gegen einen überstürzten Schnitt. Systeme können einzeln ersetzt und weiterentwickelt werden, ohne dass Spieler ihre bestehende Plattform verlassen müssen. Ein möglicher Nachfolger müsste dagegen von dem Team gebaut werden, dessen Erfahrung zugleich für den laufenden Betrieb von Siege gebraucht wird. Ubisoft müsste also genau die Expertise abziehen, die das bestehende Spiel am Leben hält.

Das heißt nicht, dass ein Siege 2 grundsätzlich ausgeschlossen ist. Mills formuliert vielmehr, dass Ubisoft aktuell keinen ausreichenden Bedarf für diesen Schritt sieht. Die Strategie bleibt damit klar: Siege soll als lebendes Spiel weiterentwickelt werden, solange sich die nötigen technischen und spielerischen Veränderungen innerhalb dieser Plattform umsetzen lassen.

GTA 6 wird trotzdem als Belastung eingeplant

Im selben Interview spricht Mills auch über die Konkurrenz durch Grand Theft Auto VI. Ubisoft rechnet damit, dass der enorme Release im November zeitweise Spieler aus praktisch allen Genres abziehen wird. Für Siege betrachtet das Team solche Ausschläge aber als vorübergehend. Entscheidend sei, Erwartungen intern realistisch zu halten und gleichzeitig die Spieler, die während großer Konkurrenz-Releases aktiv bleiben, nicht mit einer inhaltlichen Pause zu bestrafen.

Das passt zur Langzeitstrategie: Ubisoft will Siege nicht in einen Wartemodus versetzen, während anderswo ein potenzieller Mega-Release erscheint. Mills zufolge fällt die vierte Season des aktuellen Jahres sogar ungefähr in diesen Zeitraum, zusätzlich seien noch unangekündigte Überraschungen geplant. Was genau damit gemeint ist, verrät Ubisoft bislang nicht.

Siege bleibt der Mittelpunkt

Elf Jahre nach dem ursprünglichen Release versucht Ubisoft damit, einen ungewöhnlichen Mittelweg zu halten: Das Spiel soll technisch nicht einfrieren, aber auch nicht durch einen Nachfolger ersetzt werden, nur weil das Alter zweistellig geworden ist. Siege X war der bisher sichtbarste Beleg für diese Strategie. Die aktuelle Aussage zu Siege 2 macht nun deutlich, dass dieser Umbau nicht als Übergang zu einem neuen Hauptspiel gedacht war, sondern als Grundlage für weitere Jahre Rainbow Six Siege.

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