MaPC startet als Gratis-Beta für PC-Spiele auf dem Mac
Von Gameforest Redaktion Veröffentlicht 3 Minuten Lesezeit
MaPC ist als kostenlose öffentliche Beta für Macs mit Apple-Silicon-Prozessor verfügbar. Die neue Anwendung bringt Spiele aus Steam, dem Epic Games Store und GOG in einer gemeinsamen Bibliothek zusammen. Nutzer können ihre Store-Konten verbinden, Windows-Spiele installieren und starten, ohne die dafür nötige Kompatibilitätssoftware selbst einzurichten.
Entwickelt wird MaPC von Steale LLC, dem Team hinter der Designplattform Abduzeedo. Die derzeit angebotene Version 1.0.6 Beta läuft auf Macs mit M1-Chip oder neuer und setzt macOS 15 voraus. Sie soll vor allem eine Hürde senken, die PC-Spiele auf dem Mac bislang oft begleitet: Nicht der Besitz eines Spiels ist das Problem, sondern dessen Einrichtung außerhalb von Windows.
Drei Spielebibliotheken in einer Mac-App
MaPC verbindet vorhandene Bibliotheken von Steam, Epic Games und GOG. Die Anmeldung erfolgt laut Entwickler über die Seiten der jeweiligen Anbieter. Anschließend lassen sich Spiele aus der gemeinsamen Übersicht installieren, starten und wieder entfernen. Für jeden Titel stehen eigene Grafikeinstellungen bereit, die sich dauerhaft speichern lassen.
Die Oberfläche wurde mit Apples SwiftUI entwickelt und orientiert sich an macOS statt an einem Windows-Launcher. Spiele erhalten Detailseiten mit Bildern und farblich auf das jeweilige Cover abgestimmten Hintergründen. Diese Gestaltung ist mehr als Dekoration: Store-Zugehörigkeit, Downloads und Startoptionen sollen auch bei einer großen Sammlung an einem Ort erreichbar bleiben.
Die App ist nativ, die Windows-Spiele nicht
MaPC verwandelt PC-Spiele nicht in eigenständige Mac-Versionen. Unter der Oberfläche verwendet das Programm weiterhin Wine, DXVK und MoltenVK, um Windows-Spiele und ihre Grafikschnittstellen auf Apple-Hardware auszuführen. Die Beta richtet die nötigen Komponenten automatisch ein. Der Unterschied zu einer manuellen Lösung liegt damit vor allem in Bedienung und Einrichtung, nicht darin, dass die Kompatibilitätsschicht entfällt.
Spiele auf Basis von DirectX 9, 10 und 11 stehen im Mittelpunkt. Für DirectX 12 beschreibt MaPC einen experimentellen Zusatzweg über Apples D3DMetal. Dieser erfordert eine separat bezogene Installation des Game Porting Toolkit. MaPC liefert die Apple-Komponenten nicht mit. Apples Nutzungsbedingungen beschränken das Toolkit unter anderem auf Entwicklung, Tests und Bewertung von Spielen. Der erweiterte Modus ist daher kein allgemeines Versprechen für sämtliche aktuellen PC-Titel.
Spielen bleibt kostenlos, einige Komfortfunktionen kosten extra
Die Verbindung zu den drei Stores, die Spieleinstallation, die Laufzeitumgebung und künftige Kompatibilitätskorrekturen sollen kostenlos bleiben. Eine freiwillige Einmalzahlung ab 4,99 US-Dollar schaltet zusätzliche Funktionen frei. Dazu gehören Spielzeitstatistiken, ein Leistungs-Overlay, Retina-Darstellung sowie das Sichern und Wiederherstellen von Spielständen über iCloud Drive oder einen lokalen Ordner.
Die Einschränkungen der Beta sind deutlich: Windows-Spiele mit Kernel-Anti-Cheat, darunter Valorant und Fortnite, lassen sich darüber nicht starten. Auch andere Titel können scheitern oder Anpassungen benötigen. Ubisoft Connect und die EA-App werden noch nicht zuverlässig unterstützt.
Vorausgesetzt werden ein Mac mit Apple Silicon, macOS 15 oder neuer und Rosetta 2. Für die Laufzeitumgebung und Spiele empfiehlt das Projekt ungefähr 30 GB freien Speicher. Die kostenlose Beta und eine Übersicht ihrer Grenzen stehen auf der offiziellen MaPC-Webseite. Die Entwickler betonen selbst, dass ein funktionierender Start nicht für jedes Windows-Spiel garantiert ist.