US-Abgeordneter plant Offline-Pflicht vor dem Aus von Spieleservern
NBA 2K25 PC ab 16,53 € Von Gameforest Redaktion Veröffentlicht 3 Minuten LesezeitDer US-Kongressabgeordnete Ritchie Torres kündigte am 15. Oktober 2026 den Power To The Players Act an. Das Vorhaben soll erreichen, dass Käufer digitaler Spiele mehr als eine widerrufbare Nutzungslizenz erhalten. Wenn Publisher die Server eines gekauften Spiels abschalten, sollen sie zuvor eine Offline-Nutzung ermöglichen müssen.
Torres will den Gesetzesentwurf erst noch einbringen. Ein veröffentlichter Gesetzestext oder ein Abstimmungstermin ist aus seiner Ankündigung nicht ersichtlich. Die geplanten Vorschriften würden von der US-Verbraucherschutzbehörde FTC ausgearbeitet, sofern der Gesetzgeber die dafür nötige Grundlage schafft.
Was der Vorstoß für digitale Spiele ändern würde
Wer ein Spiel digital kauft, bekommt häufig keine frei übertragbare Kopie, sondern eine an sein Kundenkonto gebundene Lizenz. Torres will den Kauf rechtlich stärker absichern und auch die Weitergabe erworbener Spiele ermöglichen. Die geplante Offline-Pflicht soll verhindern, dass eine Serverabschaltung den gesamten Zugang zu einem bezahlten Titel beendet.
Eine offene Frage ist, wie weit diese Pflicht reichen müsste: Ein Einzelspieler-Titel mit Online-Anmeldung lässt sich technisch anders erhalten als ein Spiel, dessen Welt, Spielfortschritt und Wirtschaftssystem auf zentralen Servern liegen. Konkrete Anforderungen nennt die Ankündigung des Abgeordneten noch nicht.
NBA 2K25 verliert Online-Modi, bleibt aber teilweise spielbar
NBA 2K25 wird am 30. Oktober 2026 aus dem Verkauf genommen. Die Onlinedienste enden am 31. Dezember 2026, wie 2K offiziell bestätigt. Ab dem 1. Januar 2027 sind die Modi MyCAREER und MyTEAM sowie Online-Ligen und Mehrspielerpartien nicht mehr verfügbar.
Torres nennt diesen Fall als Beispiel für den Verlust gekaufter Inhalte. Allerdings bleibt das Basketballspiel nicht vollständig unspielbar: Besitzer dürfen es erneut herunterladen und weiterhin die Offline-Modi Play Now, MyNBA, The W und MyWNBA nutzen. Die Abschaltung betrifft damit nicht den gesamten Titel, sondern wesentliche Spielmodi und servergebundene Funktionen. Mehr dazu steht in unserem Bericht zum Ende der Onlinedienste.
Offline heißt nicht, dass Onlinefunktionen zurückkehren
Ein gesetzlich vorgeschriebener Offline-Betrieb könnte viele Spiele langfristig erhalten. Er würde aber weder gemeinsame Spielwelten noch zentrale Ranglisten oder serverseitige Fortschritte automatisch ersetzen. Dazu müssten Entwickler technische Funktionen umbauen oder auf dem Gerät bereitstellen. Bei manchen Titeln wäre das deutlich aufwendiger als bei anderen.
Die angekündigte Regelung soll von der US-Verbraucherschutzbehörde FTC konkretisiert werden. Für welche bisher verkauften Spiele eine solche Pflicht gelten würde, welche Ausnahmen möglich wären und wie eine Weitergabe digitaler Spiele praktisch funktionieren soll, lässt sich aus der bisherigen Mitteilung nicht ableiten.
Wann könnte das Gesetz gelten?
Eine neue Verpflichtung für Publisher besteht durch die Ankündigung noch nicht. Torres muss den Vorschlag zunächst als Gesetzentwurf einbringen. Anschließend wären Beratungen und Abstimmungen im Kongress erforderlich. Selbst bei einem erfolgreichen Verfahren müssten die genauen Vorschriften erst festgelegt werden.
Für Käufer in Deutschland ändert sich dadurch unmittelbar nichts. Die Forderung greift aber eine grundsätzliche Frage des digitalen Spielemarkts auf: Welche Funktionen sollen dauerhaft erhalten bleiben, wenn ein Unternehmen den Betrieb eines bezahlten Produkts beendet?