Diablo V: Blizzard will Level-Skalierung spürbar verändern
Von Markus Bauer Veröffentlicht 3 Minuten Lesezeit
Blizzard will die automatische Gegner-Skalierung in Diablo V anders angehen als in Diablo IV. Senior Game Director Joe Shely erklärte in einem Gruppengespräch mit PC Gamer, dass Levelaufstiege und starke neue Gegenstände wieder deutlicher als unmittelbarer Machtgewinn zu spüren sein sollen. Wie das konkrete System funktioniert, steht allerdings noch nicht fest.
Damit greift Blizzard einen Punkt auf, der die jüngeren Serienteile seit Jahren begleitet. In Diablo III und Diablo IV wächst die Stärke vieler Gegner mit dem Charakter mit. Das hält Begegnungen über weite Strecken relevant, kann aber gleichzeitig den Effekt eines Levelaufstiegs abschwächen: Die eigene Figur wird stärker, doch die Monster ziehen im selben Moment mit.
Levelaufstiege sollen sich wieder wie ein Machtgewinn anfühlen
Shely beschreibt genau dieses Spannungsfeld als wichtig für das Grundgefühl von Diablo. Wer eine Erfahrungsleiste füllt oder ein besonders starkes Item findet, soll den Fortschritt unmittelbar im Kampf merken. Eine zu aggressive automatische Skalierung könne diesen Moment verwässern.
Für Diablo V kündigt Blizzard deshalb einen „etwas anderen Ansatz“ an. Das bedeutet noch nicht, dass Level-Scaling vollständig verschwindet. Shely betont ausdrücklich, dass das Team die genaue Umsetzung noch nicht abschließend diskutiert hat. Fest steht vorerst nur die Designrichtung: Fortschritt soll sich deutlicher in der tatsächlichen Kampfkraft niederschlagen, statt von parallel stärker werdenden Gegnern sofort wieder relativiert zu werden.
Das passt zu mehreren bereits bekannten Entscheidungen für den 2029 geplanten Nachfolger. Blizzard orientiert sich bei Teilen der Itemization wieder stärker an Diablo II, bringt unter anderem Runen und Runenwörter zurück und setzt erneut stärker auf prozedural erzeugte Gebiete. Gleichzeitig bleibt Diablo V ein modernes Action-RPG mit einer veränderlichen Welt und einer wandernden Karawane anstelle der klassischen sicheren Städte.
Noch ist das System ausdrücklich nicht final
Gerade dieser Vorbehalt ist wichtig: Diablo V befindet sich noch mehrere Jahre vor dem geplanten Release im Frühjahr 2029. Blizzard hat bislang weder konkrete Levelbereiche noch Regeln für die Skalierung einzelner Zonen oder Schwierigkeitsstufen vorgestellt. Aus Shelys Aussage lässt sich deshalb keine Rückkehr zum exakten Diablo-II-Modell ableiten.
Die Richtung ist dennoch bemerkenswert, weil sie direkt eines der zentralen Progressionsprobleme moderner Action-RPGs adressiert. Wenn ein seltenes Item oder ein Levelaufstieg Gegner plötzlich sichtbar schneller fallen lässt, entsteht genau jener kurzfristige Machtzuwachs, auf dem die Loot-Spirale der Reihe seit jeher aufbaut.
Den größeren Rahmen für Welt, Klassen und Itemization hat Blizzard bereits im offiziellen BlizzCon-Panel zu Diablo V vorgestellt:
Weitere Details zur Entwicklung will Blizzard ab 2027 regelmäßig veröffentlichen. Bis dahin bleibt offen, wie weit das Team beim Level-Scaling tatsächlich von Diablo IV abrückt.