Meta lässt Spiele per Prompt bauen: Horizon Create und Studio starten
Von Magnus Ohle Veröffentlicht 3 Minuten Lesezeit
Meta will die Entwicklung kleiner 2D- und 3D-Spiele deutlich näher an normale Smartphone- und Web-Nutzer bringen. Auf der Meta Connect 2026 hat das Unternehmen mit Horizon Create und Horizon Studio zwei Werkzeuge vorgestellt, die aus natürlich formulierten Textbeschreibungen spielbare Projekte erzeugen. Beide basieren auf den agentischen Funktionen der Meta Horizon Engine und befinden sich zunächst in einem schrittweise erweiterten Early Access.
Der Ansatz geht über einen einfachen Generator für einzelne Assets hinaus. Laut Meta können die Werkzeuge komplette Spiele mit Umgebungen, Figuren, Mechaniken, Fortschrittssystemen, Schwierigkeitskurven und Multiplayer-Unterstützung aufbauen. Anschließend lassen sich die Ergebnisse weiter verändern, statt nur als fertiger KI-Entwurf übernommen zu werden.
Horizon Create baut Spiele direkt auf dem Smartphone
Horizon Create ist als eigenständige Mobile-App gedacht. Nutzer beschreiben darin ein Spiel oder wählen eine Vorlage und können anschließend etwa Grafikstil, Figuren, Geschichte und Progression wieder über Eingaben in natürlicher Sprache anpassen. Mehrere Projekte dürfen parallel generieren, während die App später meldet, sobald ein neuer Build zum Testen bereitsteht.
Meta positioniert Create damit ausdrücklich als Einstieg ohne klassische Entwicklungsumgebung. Programmierkenntnisse oder ein Gaming-PC sollen für diesen Weg nicht nötig sein. Entscheidend wird in der Praxis sein, wie gut sich die generierten Systeme kontrollieren lassen und ob aus den schnellen Prototypen auch langfristig interessante Spiele entstehen.
Horizon Studio bietet mehr Kontrolle im Browser
Horizon Studio nutzt dieselbe technische Basis, läuft aber im Browser und richtet sich an Nutzer, die stärker in die Details eingreifen wollen. Neben Text-Prompts gibt es visuelle Bearbeitung, Asset-Austausch sowie Parameter für Skripte und räumliche Anordnung. Projekte lassen sich zwischen Create und Studio hin- und herschieben, inklusive Assets, Systemen und bisheriger Versionshistorie.
Damit verbindet Meta zwei Arbeitsweisen: Auf dem Smartphone kann eine Idee schnell entstehen, im Browser lässt sie sich anschließend genauer ausarbeiten. Beide Oberflächen greifen auf denselben Backend-Unterbau zu.
Veröffentlichung direkt in Instagram, Facebook und Horizon
Der zweite große Teil des Modells ist die Distribution. Veröffentlichte Spiele sollen nativ über Facebook, Instagram und Horizon auffindbar werden. Meta beschreibt beispielsweise den Fall, dass ein Nutzer in Instagram einen Clip sieht und daraus direkt in eine Multiplayer-Partie wechseln kann, ohne zunächst eine separate App zu installieren.
Für die Sichtbarkeit will Meta unter anderem Stabilität, Engagement und wiederkehrende Nutzung berücksichtigen. Monetarisierung soll über In-Game-Modelle und den Meta Horizon Creator Fund möglich werden, zu weiteren Details will das Unternehmen später informieren. Vor der Veröffentlichung sollen generierte Inhalte Metas Sicherheitssysteme durchlaufen, außerdem erhält jedes veröffentlichte Spiel automatisch eine Altersfreigabe innerhalb der Plattform.
Meta baut gleichzeitig seine Gaming-Plattform aus
Horizon Create und Studio sind Teil einer breiteren Gaming-Offensive auf der Meta Connect. Parallel hat Meta seine neuen Meta VR Glasses für Frühjahr 2027 angekündigt. Für die neue Hardware stehen bereits SDKs für Unity, Unreal, Android und Web bereit, während Meta Horizon zugleich stärker auf mobile und browserbasierte Spiele ausgerichtet wird.
Horizon Create und Horizon Studio werden derzeit mit Creatorn getestet. Meta hat eine Warteliste für den Early Access geöffnet und will den Zugang schrittweise ausweiten.