Epic Games Launcher läuft jetzt nativ unter Linux – Fortnite muss noch warten
Von Gameforest Redaktion Veröffentlicht 4 Minuten Lesezeit
Epic Games bietet seit dem 14. Oktober 2026 eine Vorschau seines neu entwickelten Launchers auch für Linux an. Damit öffnet das Unternehmen seinen eigenen Spiele-Client erstmals offiziell für das Betriebssystem. Für das bekannteste Epic-Spiel gilt diese Freigabe allerdings noch nicht: Fortnite lässt sich dadurch unter Linux nicht einfach starten. Epic kündigt Unterstützung an, macht sie aber von einem neuen Anti-Cheat-System abhängig.
Diese Trennung ist entscheidend. Der neue Launcher ist bereits als native Linux-Anwendung erhältlich. Für die Spiele in der Bibliothek gelten weiterhin deren jeweilige Plattformvoraussetzungen. Epic weist ausdrücklich darauf hin, dass zahlreiche Titel nur Windows-Versionen besitzen und unter Linux gegebenenfalls eine Kompatibilitätsschicht brauchen. Eine Liste zusätzlich veröffentlichter nativer Linux-Spiele hat das Unternehmen mit der Launcher-Vorschau nicht angekündigt.
Wo die Vorschau läuft – und was beim Wechsel passiert
Offiziell unterstützt Epic Ubuntu ab 22.04 LTS, Fedora ab Version 43 und Debian ab Version 12. Hinzu kommen die Voraussetzungen eines x86-64-Prozessors mit zwei Kernen und mindestens 2 GHz, 4 GB Arbeitsspeicher und 2 GB freiem Speicherplatz. Andere Distributionen können funktionieren, werden derzeit aber nicht offiziell getestet. Die Vorschau gibt es auch für Windows 10 und 11 sowie für Macs mit Apple-Silicon-Chip. Intel-Macs sind bei dieser neuen macOS-Version ausgeschlossen.
Vor dem Ausprobieren ist ein Punkt wichtig: Laut Epics Installations-FAQ entfernt die Installation der Vorschau automatisch den bisherigen Launcher. Gekaufte Titel, vorhandene Installationen, Cloud-Spielstände und Kontofortschritt sollen erhalten bleiben. Dennoch fehlen im Preview noch einzelne Funktionen für soziale Kontakte und Kontoverwaltung. Für kompetitive Titel wie Fortnite und Rocket League empfiehlt Epic vorerst ausdrücklich den bisherigen Client.
Fortnite hängt an der nächsten Anti-Cheat-Generation
Das größere technische Vorhaben läuft unter dem Namen Easy Anti-Cheat Linux v2. Epic unterstützt Linux schon länger mit bestimmten Anti-Cheat-Konfigurationen, doch die Nutzung von Windows-Spielen über Wine oder Proton müssen Entwickler einzeln freischalten. Nach Darstellung des Unternehmens bietet die bisherige Lösung nicht den Schutz, den es für Fortnite voraussetzt.
Die angekündigte zweite Generation soll stärker auf Sicherheitsfunktionen des Betriebssystems setzen. Genannt werden signierte Kernel und Kernelmodule, TPM 2.0, Secure Boot, Measured Boot und weitere Mechanismen zur Überprüfung der Systemintegrität. Statt eines eigenen Anti-Cheat-Kernelmoduls plant Epic einen Dienst, der nur während geschützter Spiele läuft, zusammen mit eBPF-Technik. Das sind zunächst technische Anforderungen und Entwicklungspläne, kein bereits verfügbares Fortnite-Update.
Epic will den neuen Schutz zuerst mit Fortnite in der Praxis erproben und nach erfolgreicher Prüfung auch anderen Entwicklern anbieten. Das Unternehmen arbeitet dafür mit Verantwortlichen verschiedener Linux-Distributionen zusammen. Ein Startdatum für Fortnite unter Linux nennt Epic nicht. Auch einen sofortigen Steam-Deck-Start sollte niemand aus der Meldung ableiten: Laut Epics Technikbericht erfüllt das Steam Deck die vorgesehenen Voraussetzungen derzeit nicht. Gespräche mit Valve laufen.
Mehr Ordnung in der Bibliothek, aber noch kein Ersatz für alle
Unabhängig von den Plattformfragen lässt sich die neue Oberfläche bereits testen. Sie bündelt Store, Bibliothek und Entwicklerfunktionen in einer gemeinsamen Navigation. Spiele bekommen eigene Detailseiten, die Bibliothek kann in Sammlungen organisiert und nach Kriterien gefiltert werden. Der Downloadbereich zeigt getrennt den Netzwerkdurchsatz sowie Lese- und Schreibgeschwindigkeiten an. Freundes- und Partyfunktionen werden stärker eingebunden.
Epic wirbt außerdem mit deutlich kürzeren Start- und Ladezeiten. Für die auf der offiziellen Vorschauseite genannten Vergleiche mit Steam ließ das Unternehmen Tests in Auftrag geben. Sie sind keine eigene Messung von Gameforest und keine Zusage, dass jeder Rechner dieselben Ergebnisse erreicht.
Für Linux-Spieler ist die Veröffentlichung somit ein echter neuer Zugang zum Epic-Ökosystem, aber noch keine generelle Kompatibilitätsgarantie für die eigene Bibliothek. Der nächste entscheidende Schritt ist nicht das Design des Clients, sondern die geplante Einführung von EAC Linux v2 und die tatsächliche Freigabe der damit geschützten Spiele. Den bestätigten Stand von Fortnite halten wir auch im Fortnite-Spieleprofil fest.
Primärquellen: Epic Games Store: Ankündigung der Launcher-Vorschau, 14. Oktober 2026. Epic Games: Download, Systemanforderungen und Einschränkungen. Epic Online Services: EAC Linux v2 und technische Voraussetzungen, 14. Oktober 2026.