Fortnite: Niederländische Stiftung startet Massenforderung gegen Epic

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Fortnite – offizielles Motiv zu Änderungen am Item Shop
Bild: Epic Games · Bildquelle

In den Niederlanden baut sich neuer rechtlicher Druck auf Epic Games auf. Die Verbraucherstiftung Stichting Massaschade & Consument (SMC) hat Epic im Namen niederländischer Kinder und junger Erwachsener haftbar gemacht und fordert Rückzahlungen sowie Schadenersatz im Zusammenhang mit Fortnite. Zunächst hat die Stiftung Epic zu Gesprächen über eine kollektive Lösung eingeladen. Scheitern diese, will SMC vor Gericht ziehen.

Damit ist wichtig zu unterscheiden: Die neue Massenforderung ist gestartet, ein gerichtliches Verfahren über diese Forderung ist nach Angaben der Stiftung aber noch nicht der aktuelle Schritt. SMC richtet die Aktion an Menschen, die Fortnite in den Niederlanden spielten, bevor sie 21 Jahre alt waren.

SMC stützt sich auf frühere Verstöße im Item Shop

Im Zentrum stehen Vorwürfe rund um Käufe im Fortnite Item Shop. SMC wirft Epic vor, junge Spieler unter anderem mit Kaufaufforderungen und künstlichem Zeitdruck zu Ausgaben gedrängt zu haben. Die Stiftung verlangt die Rückzahlung unerwünschter Transaktionen und zusätzliche Entschädigungen; außerdem erhebt sie Vorwürfe zu problematischem Spieldesign und zum Umgang mit personenbezogenen Daten von Kindern.

Ein Teil des Hintergrunds ist bereits rechtskräftig geklärt: Die niederländische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde ACM verhängte 2024 Bußgelder von insgesamt 1,125 Millionen Euro gegen Epic. Im Januar 2026 bestätigte das Gericht Rotterdam die Entscheidung. Nach Angaben der ACM ging es unter anderem um direkte Kaufaufforderungen an Kinder, irreführende Timer und Designentscheidungen im Item Shop, die den Zeitdruck erhöhten. Epic verzichtete anschließend auf eine weitere Berufung.

Epic hat die Kaufoberfläche bereits mehrfach verändert

Die heutige Fortnite-Kaufoberfläche ist nicht identisch mit den Systemen, auf die sich die früheren Verstöße beziehen. Epic führte bereits 2022 eine Hold-to-Purchase-Bestätigung für In-Game-Käufe ein und erweiterte Stornierungsmöglichkeiten. 2024 entfernte das Unternehmen zudem den allgemeinen Shop-Refresh-Timer und stellte auf individuelle Rotationsinformationen für Gegenstände um.

Fortnite – offizielle Hold-to-Purchase-Oberfläche
Epic stellte die Hold-to-Purchase-Bestätigung 2022 als zusätzliche Kaufsicherung vor. Bild: Epic Games

Gegenüber Medien verweist Epic außerdem auf heutige Schutzmechanismen für jüngere Spieler in den Niederlanden, darunter elterliche PIN-Freigaben, Einschränkungen für Minderjährige, Kaufbestätigungen sowie Storno- und Rückgabefunktionen. Diese Maßnahmen ändern nichts daran, dass SMC Entschädigung für frühere Vorgänge verlangt; über diese neue Forderung ist bislang nicht gerichtlich entschieden.

Was die Massenforderung konkret verlangt

SMC fordert laut eigener Aktionsseite drei Dinge: Rückzahlungen für unerwünschte Fortnite-Käufe, Schadenersatz wegen der von der Stiftung behaupteten problematischen Spielmechaniken und eine gesonderte Entschädigung für behauptete Datenschutzverstöße. Wie hoch ein möglicher Anspruch einzelner Teilnehmer wäre, hängt nach Darstellung der Stiftung von deren persönlicher Situation und den getätigten Käufen ab.

Den dauerhaften Überblick zu Fortnite, den unterstützten Plattformen und den langfristigen Änderungen am Item Shop findet ihr auf unserer Fortnite-Spielseite.

Quellen: Stichting Massaschade & Consument, Autoriteit Consument & Markt, Epic Games; Epic-Stellungnahme über GamesIndustry.biz.

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