SEEDS: Terraforming-Sandbox baut einen Linux-Rechner in ihre Spielwelt ein
Von Gameforest Redaktion Veröffentlicht 4 Minuten LesezeitEine öde Planetenoberfläche begrünen, Gewässer verlegen und mit Maschinen eine neue Atmosphäre schaffen: Das unabhängige Studio Against All Odds Limited arbeitet an SEEDS: Echoes Beneath the Sands, einer Terraforming-Sandbox für Windows und Linux. Auf Steam ist der Titel bereits gelistet, ein Veröffentlichungstermin fehlt. Zum geplanten Early-Access-Start soll zunächst die freie Gestaltung im Mittelpunkt stehen. Eine umfangreichere Geschichte und ein Koop-Modus sind noch nicht Teil eines verbindlich zugesagten Startumfangs.
Das Interessante an SEEDS liegt aber nicht allein darin, aus Stein und Sand eine grüne Landschaft zu machen. Sein technischer Unterbau taucht im Spiel selbst wieder auf: Der virtuelle Computer der Kolonie ist nach Entwicklerangaben tatsächlich als 64-Bit-RISC-V-System umgesetzt und kann Programme ausführen. Damit erhält die geplante Aufbauwelt eine zweite Ebene – neben dem Ökosystem soll auch die Technik darauf experimentell bespielbar sein.
Was die Sandbox schon können soll – und was später kommt
Spieler sollen Landschaften formen, Wasser zu Flüssen und Teichen leiten, Pflanzen setzen und Maschinen zur Veränderung der Umwelt bauen können. Das Studio verbindet diesen Aufbau mit Rohstoffsuche, Erkundung und der Entdeckung einer früheren Zivilisation. Wer die Umwelt zusätzlich unter Druck setzen möchte, soll optional Asteroidengefahren und Angriffe durch Drohnen oder Außerirdische aktivieren können. Ebenso ist eine friedliche Spielweise vorgesehen.
Für den Early Access beschreibt Against All Odds eine offene Sandbox, in der diese Systeme erprobt werden. Die größere Erzählung wird erst nach und nach entwickelt. Weitere Planeten und kooperatives Spielen hält das Studio für wahrscheinlich, testet Koop nach eigenen Angaben bislang jedoch nur intern. Ein versprochener Vierer-Koop oder eine feste Release-Roadmap lässt sich daraus nicht ableiten.
Ein Linux-Rechner als Spielzeug für Bastler
Im Inneren der Spielwelt sollen die Maschinen über ein angepasstes Linux-System kommunizieren. Der dafür dargestellte Bordcomputer ist nach Angaben des Teams eine tatsächlich emulierte 64-Bit-RISC-V-Maschine. Über ihn laufen Karten, Statistiken und Bedienelemente für die Terraforming-Technik. Auch kleinere Programme und Retrospiele lassen sich auf diesem virtuellen Rechner starten. Die Entwickler nennen etwa Schach und ein Blockstapelspiel. Eigene Anwendungen sollen möglich sein.
Das ist ein ungewöhnlicher Ansatz für eine Sandbox: Die Rechner dienen nicht bloß als dekorative Monitore mit vorgefertigten Menüs. Sie sollen selbst zum Gegenstand der Erkundung werden. Ob und wie praktikabel diese Programmiermöglichkeiten in der veröffentlichten Fassung ausfallen, kann derzeit allerdings noch niemand anhand einer verfügbaren Early-Access-Version prüfen.
Hohe PC-Anforderungen, obwohl der Release noch offen ist
Das dreiköpfige Team entwickelt sogar seine Werkzeuge selbst. Die Spielengine PasVulkan und der Emulator PasRISCV werden als Open-Source-Projekte bezeichnet. Im Gegenzug nennt das Studio ungewöhnlich hohe vorläufige Hardwareanforderungen: Die Steam-Seite führt als Minimum 16 GB RAM, Vulkan 1.3 und eine Grafikkarte mit 12 GB Videospeicher an. Genannt werden beispielsweise Radeon RX 6700 XT, GeForce RTX 3060 oder Arc B580.
Als empfohlene Grafikkarten stehen Radeon RX 9070 XT und GeForce RTX 5070 Ti mit 16 GB VRAM auf der Liste. Die Entwickler machen selbst deutlich, dass die GPU-Last noch optimiert werden soll. Die Anforderungen sollten also als gegenwärtige Planungsangabe gelesen werden, nicht als feststehende Leistung der endgültigen Version.
Windows und Linux sind derzeit die einzigen bestätigten nativen Zielsysteme. Konsolenversionen sind nicht angekündigt, der aktuelle Store-Eintrag nennt Einzelspieler und englische Texte. Auch die ungefähr acht Monate, die der Entwickler als mögliche Dauer des Early Access erwähnt, sind kein Veröffentlichungsdatum: Solange der Start fehlt, lässt sich daraus kein Ende berechnen.
Wer die technische Sandbox näher verfolgen möchte, findet Trailer und Entwicklungsangaben auf der offiziellen Steam-Seite von SEEDS. Unser SEEDS-Spielehub hält Spielsysteme, Plattformen und den noch offenen Release dauerhaft getrennt von dieser Ankündigung fest.
Primärquelle: Against All Odds Limited: SEEDS – Steam-Produktbeschreibung, Early-Access-Angaben, Hardwareanforderungen und Entwicklerprofil.