AppLovin zieht gegen Unity vor Gericht – Streit um Daten im Ad-Quality-SDK

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AppLovin – offizielles Unternehmenslogo
Bild: AppLovin · Bildquelle

AppLovin und Unity streiten über den Umgang mit Werbedaten in mobilen Apps. AppLovin hat in Kalifornien gerichtliche Schritte gegen Unity eingeleitet und beantragt, die Sammlung und Nutzung bestimmter Daten durch Unitys Ad-Quality-SDK vorläufig einzuschränken. Unity weist die Vorwürfe zurück.

Im Zentrum steht die Frage, welche Informationen ein Werkzeug zur Qualitätskontrolle von Anzeigen erfassen darf, wenn die ausgelieferte Werbung von einem konkurrierenden Werbenetzwerk stammt. Das ist gerade für Mobile-Games relevant, weil Studios häufig mehrere Werbenetzwerke und Vermittlungsplattformen parallel einsetzen.

Was AppLovin Unity vorwirft

Wie PocketGamer.biz unter Berufung auf die Gerichtsunterlagen berichtet, wirft AppLovin Unity vor, über das Ad-Quality-SDK Daten zu von AppLovin gewonnenen und ausgelieferten Anzeigen gesammelt zu haben. Genannt werden unter anderem Informationen zu Werbemitteln, Geräten, Nutzern, Umsätzen und Interaktionen. AppLovin behauptet außerdem, Unity habe solche Informationen für Modelle verwendet, die mit dem eigenen Werbegeschäft konkurrieren.

AppLovin hatte seine Position zu solchen Werkzeugen bereits im September öffentlich formuliert. In einem Beitrag von CEO Adam Foroughi argumentiert das Unternehmen, dass Ad-Quality-Systeme problematische Anzeigen erkennen sollen, Daten konkurrierender Netzwerke aber nur aggregiert und de-identifiziert ausgeben sollten.

Unity widerspricht

Unity bestreitet AppLovins Darstellung. Nach dem Bericht von PocketGamer.biz widerspricht das Unternehmen insbesondere der Behauptung, die Leistungsentwicklung seines Werbegeschäfts gehe auf die beanstandete Datennutzung zurück.

Unitys eigene Dokumentation zum Ad-Quality-System führt AppLovin als unterstützte Anzeigenquelle. Dort beschreibt Unity außerdem, dass Umsatzdaten bei entsprechender Freigabe aus Vermittlungsplattformen wie LevelPlay, MAX und DT Fairbid in Ad-Quality-Berichte einfließen können. Diese Produktbeschreibung entscheidet allerdings nicht die rechtliche Frage, ob die konkret beanstandete Nutzung zulässig war.

Warum der Fall für Mobile-Games relevant ist

Der Konflikt berührt eine zentrale Schnittstelle der Free-to-play-Ökonomie. Entwickler wollen problematische oder irreführende Anzeigen erkennen, während Werbenetzwerke gleichzeitig verhindern wollen, dass detaillierte Daten über ihre Auktionen, Nutzer oder Kampagnen einem Wettbewerber zugutekommen.

Der Antrag ist noch keine Entscheidung in der Sache. Ob AppLovin die verlangten Beschränkungen erhält und welche konkreten Daten Unity künftig verarbeiten darf, hängt vom weiteren Verfahren ab.

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