Apex Legends: Solo-Queue-Test löst Ranked-Problem nicht
Von Gameforest Redaktion Veröffentlicht 3 Minuten Lesezeit
Respawn Entertainment hat neue Daten zum Ranked-Matchmaking von Apex Legends veröffentlicht. Im Fokus stehen zwei Tests aus der vergangenen Season: eine strengere Beschränkung für Premade-Gruppen und eine reine Solo-Queue für Diamond, Master und Predator. Das Ergebnis fällt deutlich nüchterner aus als die Idee hinter den Experimenten: Beide Eingriffe veränderten die entscheidenden Match-Ergebnisse weniger als erhofft.
Premade-Squads haben messbare Vorteile
Ausgangspunkt der Tests ist ein Problem, das Respawn schon länger untersucht. Nach Angaben des Studios gewinnen Squads aus einem Premade-Duo plus Solo-Spieler im Ranked-Modus 19 Prozent häufiger als Teams aus drei Solospielern. Vollständige Premade-Dreiergruppen liegen demnach 17 Prozent über reinen Solo-Squads. Besonders stark konzentriert sich dieser Effekt an der Spitze der Rangliste: 85 Prozent der Master-Squads sind laut Respawn vorab zusammengestellte Dreierteams.
Bereits im Juni hatte Respawn in einem ausführlichen Matchmaking-Bericht erklärt, dass gerade die Lücke zwischen Solospielern und koordinierten Gruppen zu den wichtigsten Problemen im Ranked-Modus gehört. Die nun veröffentlichten Ergebnisse zeigen, wie schwer sich dieser Vorteil mit einfachen Queue-Regeln ausgleichen lässt.
Strengere Ranggrenze bringt kaum Verbesserung
Im ersten Test durften Spieler nur noch mit Teammitgliedern antreten, deren Rang höchstens eine Stufe entfernt lag. Normalerweise sind zwei Rangstufen möglich. Die Hoffnung: breite Premade-Gruppen sollten seltener Spieler aus deutlich unterschiedlichen Leistungsbereichen in dieselbe Lobby ziehen.
Der Effekt blieb klein. Diamond-Spieler trafen ungefähr acht Prozent seltener auf andere Diamond-Spieler und dafür etwa acht Prozent häufiger auf Platinum-Spieler. Gleichzeitig begegneten Platinum-Spieler häufiger Diamond-Gegnern. Respawn bewertet die Veränderung deshalb als zu begrenzt, um die stärkere Einschränkung beim gemeinsamen Spielen dauerhaft zu rechtfertigen. Die Ein-Stufen-Regel soll vorerst nicht zum Standard werden.
Solo Queue entfernt Dreierstacks, ändert aber kaum, wer gewinnt
Der zweite Test ging wesentlich weiter. Diamond-, Master- und Predator-Spieler konnten Ranked nur alleine betreten. Vorab gebildete Gruppen waren in diesen Rängen ausgeschlossen. Technisch erreichte Respawn damit das unmittelbare Ziel: Premade-Dreierstacks verschwanden aus den betroffenen Lobbys.
Die erwartete Folge blieb jedoch aus. Respawn wollte sehen, dass sich die Leistungsabstände zwischen den stärksten Squads und dem Rest der Lobby verkleinern. In Diamond veränderte sich die Verteilung der Match-Ergebnisse laut Studio kaum. Auch in Master zeigte sich nur eine kleine Verschiebung an der Spitze. Die reine Solo-Queue nahm also den Koordinationsvorteil vorab gebildeter Teams aus dem Spiel, führte aber nicht automatisch zu deutlich ausgeglicheneren Resultaten.
Respawn sucht weiter nach einer Ranked-Lösung
Die Ergebnisse sind vor allem deshalb interessant, weil sie eine einfache Erklärung für die Probleme des Apex-Rankedsystems in Frage stellen. Premade-Teams besitzen einen klar messbaren Vorteil, doch das vollständige Entfernen dieser Gruppen reicht offenbar nicht aus, um die Match-Ergebnisse stark anzugleichen. Faktoren wie individuelle Skill-Verteilung, Teamzusammenstellung und die Größe des verfügbaren Spielerpools bleiben damit zentral.
Respawn hatte schon bei der Ankündigung der Experimente betont, dass Matchmaking immer mehrere Ziele gleichzeitig ausbalancieren muss: faire Lobbys, vertretbare Wartezeiten und die Möglichkeit, mit Freunden zu spielen. Die neuen Daten sprechen dafür, dass der Entwickler weiter mit mehreren Stellschrauben arbeiten muss, statt eine einzelne Regel dauerhaft zum Kern des Ranked-Systems zu machen.
Die vollständigen Zahlen und Erläuterungen stammen aus Respawns am 30. September 2026 veröffentlichtem Matchmaking-Testbericht auf Steam.