Die wachsenden Bedenken bezüglich KI im Synchronsprechen in Videospiele

3 Minuten Lesezeit

Die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) in verschiedenen Bereichen ist sowohl faszinierend als auch beunruhigend. Im Bereich der Videospielentwicklung hat dieser technologische Fortschritt zu einer einzigartigen und teils kontroversen Anwendung geführt: dem Einsatz von KI im Synchronsprechen. Diese Entwicklung, obwohl innovativ, hat eine bedeutende Debatte in der Community der Synchronsprecher ausgelöst, insbesondere unter jenen, die ihre Stimmen beliebten Videospiele leihen. Ein bemerkenswerter Fall, der diese Problematik ins Rampenlicht rückte, betraf Erica Lindbeck, eine Synchronsprecherin, die für ihre Rollen in „Cyberpunk 2077“, „Persona 5“ und „Nier: Automata“ bekannt ist. Lindbeck erhob Einwände, als ihre Stimme ohne ihre Zustimmung in einem Projekt verwendet wurde, das KI-Technologie einsetzte, was zu einer breiteren Diskussion unter ihren Kollegen in der Branche führte. Dieser Vorfall war kein Einzelfall, denn auch andere prominente Synchronsprecher wie Jennifer Hale (bekannt für ihre Rolle als weibliche Commander Shepard) und Doug Cockle (die Stimme von Geralt von Rivia in „The Witcher“) äußerten ihre Bedenken. Sie sehen die unautorisierte Verwendung ihrer Stimmen durch KI als Verletzung ihrer Rechte, vergleichbar mit einer Form des Diebstahls. Diese Stimmung wurde von Justine Huxley, die Charaktere in „Apex Legends“ und „GTA V“ gesprochen hat, unterstützt. Die Aufmerksamkeit wuchs weiter mit der Veröffentlichung eines inoffiziellen Mods für „The Witcher 3“, entwickelt von einem Modder namens nikich340. Der Mod bediente sich einer KI, die auf Doug Cockles Leistungen trainiert wurde, um neue Zeilen für den Charakter Geralt zu generieren. Diese Entwicklungen heben das Potenzial hervor, dass KI menschliche Synchronsprecher in Videospielen ersetzen könnte – eine Aussicht, die für Spielestudios kosteneffektiver sein könnte, jedoch auch ethische Fragen aufwirft und Bedenken hinsichtlich der Zukunft des Berufsstandes. Der Synchronsprecher Jay Britton reagierte auf diese Nachrichten mit einem Gefühl der Niedergeschlagenheit und betonte die Bedeutung menschlicher Kreativität in der Branche sowie die möglichen rechtlichen und ethischen Implikationen, die das Ersetzen von Schauspielern durch KI mit sich bringt. (Futurism.com). Einige Spieleschmieden haben bereits mit KI im Synchronsprechen experimentiert. Obsidian Entertainment beispielsweise nutzt KI, um Dialoge vor der tatsächlichen Aufnahme mit Schauspielern zu testen, ähnlich dem Storyboarding-Prozess in den bildenden Künsten. Die breitere Anwendung von KI im vollständigen Ersatz menschlicher Synchronsprecher bleibt jedoch ein umstrittenes Thema. CD Projekt Red wurde auch für die Nutzung von KI-Technologie hervorgehoben, insbesondere bei der Nachbildung von Gesichtsanimationen. Zusammenfassend hat die Integration von KI im Synchronsprechen, insbesondere in der Videospielindustrie, eine Büchse der Pandora ethischer, rechtlicher und beruflicher Herausforderungen geöffnet. Obwohl die Technologie Versprechen für Innovation und Effizienz birgt, betont die Reaktion der Synchronsprechergemeinschaft die Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes, der die Rechte und Beiträge menschlicher Schauspieler respektiert. Während die Branche dieses Neuland navigiert, entwickelt sich die Debatte über die Rolle der KI im Synchronsprechen weiter und spiegelt breitere Gespräche über den Einfluss der KI auf kreative Berufe wider.

Weitere News zu KI

Weitere News zu Künstliche Intelligenz

Weitere News zu Synchronsprecher

Weitere News zu Videospielindustrie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert