Steam zeigt Indies offenbar häufiger: Hooded Horse meldet starken Sichtbarkeitsschub
Von Gameforest Redaktion Veröffentlicht 3 Minuten LesezeitEine offenbar stärker personalisierte Fläche auf der Steam-Startseite sorgt bei einigen kleineren Spielen für deutlich mehr Sichtbarkeit. Hooded-Horse-CEO Tim Bender berichtet von sprunghaft gestiegenem Traffic aus dem Bereich Discounts & Events. Valve selbst hat eine konkrete Änderung an diesem Bereich bislang allerdings nicht offiziell angekündigt.
Der auffällige Effekt betrifft die prominent auf der Steam-Startseite platzierte Auswahl reduzierter Spiele und laufender Aktionen. Bender zufolge tauchen dort inzwischen häufiger kleine und ältere Titel auf, die stärker zu den individuellen Vorlieben eines Nutzers passen, statt sich vor allem an großen Bestsellern zu orientieren.
Ein Spiel bekam 7.341 der 7.355 Besuche erst im letzten Monat
Besonders deutlich wird der Effekt an anonymisierten Zahlen aus dem Hooded-Horse-Portfolio. Eines der Spiele kam innerhalb von sechs Monaten auf insgesamt 7.355 Store-Seitenaufrufe über Discounts & Events. Davon entfielen 7.341 Besuche allein auf den jüngsten Monat. In den fünf Monaten davor hatte dieselbe Fläche damit praktisch keinen Traffic geliefert.
Bei einem weiteren Titel stiegen die Besuche aus diesem Bereich laut Bender von rund 6.000 in fünf Monaten auf 14.000 in nur einem Monat. Auch andere Entwickler hätten ihm von vergleichbaren Ausschlägen berichtet. Die Beispiele zeigen keine allgemeingültige Steigerungsrate für Steam-Spiele, aber sie machen den Unterschied für einzelne Nischentitel deutlich.
Valve bestätigt Personalisierung grundsätzlich – aber nicht diese konkrete Umstellung
Eine offizielle Ankündigung zu genau dieser beobachteten Veränderung gibt es bislang nicht. Dass Steam bei Verkaufsaktionen und Empfehlungsflächen personalisiert, ist dagegen dokumentiert: In der Steamworks-Dokumentation erklärt Valve, dass Frontpage-Platzierungen unter anderem über die Empfehlungsengine sortiert werden und dabei relevante Spiele regelmäßig neu ausgespielt werden.
Auch die aktuelle Steam-Startseite führt Discounts & Events direkt neben personalisierten Empfehlungsbereichen. Benders Beobachtung und die Traffic-Daten sprechen deshalb dafür, dass Valve die Gewichtung innerhalb dieser Fläche verändert oder stärker auf individuelle Interessen ausgerichtet hat. Welche Signale dafür konkret verwendet werden und ob alle Nutzer dieselbe Änderung erhalten, ist nicht öffentlich bekannt.
Für kleine Studios kann der Unterschied enorm sein
Für Indie-Entwickler ist die Frage der Sichtbarkeit auf Steam entscheidend: Tausende Neuerscheinungen konkurrieren um begrenzte Plätze auf der Startseite. Eine stärker interessenbasierte Auswahl kann kleineren Spielen zusätzliche Chancen geben, ohne dass sie bereits Bestsellerstatus oder eine extrem große Wunschlistenbasis erreichen müssen.
Bender wertet die Entwicklung deshalb als besonders positiv für Nischenspiele. Gleichzeitig bleibt zusätzliche Sichtbarkeit nur der erste Schritt: Ob aus den neuen Store-Besuchen Wunschlisten oder Käufe werden, hängt weiterhin von Produktseite, Preis, Bewertungen, Präsentation und der Passung zum jeweiligen Publikum ab.