Pimax Crystal Pro: 60-GHz-VR ohne Videokompression, Linux-Pläne und Versand 2027
Von Gameforest Redaktion Veröffentlicht 3 Minuten Lesezeit
Pimax will den Kabelzwang hochwertiger PC-VR-Headsets aufbrechen, ohne ausschließlich auf komprimiertes WLAN-Streaming zu setzen. Das am 6. Oktober vorgestellte Crystal Pro kombiniert einen gewöhnlichen WLAN-Weg mit einem optionalen 60-GHz-Funksystem. Gleichzeitig plant der Hersteller einen eigenen VR-Rechner mit SteamOS-Unterstützung und kündigt seine Konfigurationssoftware Pimax Play für Linux an. Ein konkreter Verkaufsstart des Headsets steht noch aus; die aktuelle Produktseite nennt 2027 als Versandbeginn.
Zwei Funkwege – mit unterschiedlichen Voraussetzungen
Zum Lieferumfang des Crystal Pro gehören laut Hersteller ein WLAN-Adapter, ein externer 16.000-mAh-Akku und zwei klassische VR-Controller mit Trackingringen. Für das optionale 60G AirLink werden zusätzliche Antennen am Headset sowie zwei Raumantennen benötigt. Die beiden Übertragungswege sind nicht gleichzusetzen: Über WLAN wird das Bild wie bei üblichen PC-VR-Lösungen als Videostream übertragen. Bei 60 GHz soll der Bildbereich, auf den die Augen gerade gerichtet sind, dagegen ohne die sonst übliche Videoenkodierung übertragen werden.
Pimax gibt für die Funkverbindung eine kombinierte Bandbreite von bis zu 6 Gbit/s und weniger als zwei Millisekunden zusätzliche Übertragungslatenz an. Das sind Herstellerangaben, keine unabhängig nachgemessenen Leistungswerte. Das System benötigt außerdem eine geeignete Verbindung im selben Raum: 60-GHz-Signale dringen nicht durch Wände. Die höhere Datenrate allein garantiert daher nicht in jeder Wohnsituation eine bessere VR-Verbindung.
Im Headset arbeiten zwei QLED-Panels mit jeweils 2.880 × 2.880 Pixeln, Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung und bis zu 120 Hz. Das integrierte Eye-Tracking dient neben dynamischer Bildberechnung auch der gezielten Funkübertragung. Wer eine klassische Kabelverbindung bevorzugt, soll DisplayPort 1.4a nutzen können. Austauschbare Frontmodule sind für verschiedene Tracking- und Mixed-Reality-Konfigurationen vorgesehen.
Linux soll vom Zubehör bis zum PC mitspielen
Die Ankündigung geht über ein einzelnes Headset hinaus. Pimax führt neue Ringless VR Controllers ein, die als Bewegungscontroller arbeiten und sich für Spiele außerhalb der VR-Umgebung zu einem konventionellen Gamepad zusammenstecken lassen. Sie sind eine eigenständige Neuvorstellung: Beim Crystal Pro selbst sind zunächst die herkömmlichen Controller mit Trackingringen im Paket.
Dazu kommt Spation, ein kompakter Rechner für PC-VR mit Desktop-Komponenten. Der Hersteller nennt Konfigurationen mit einem Ryzen 7 9800X3D oder vergleichbarer CPU, einer Radeon RX 9070 XT beziehungsweise GeForce RTX 5070 Ti und 32 GB RAM. Windows und SteamOS sollen unterstützt werden. Ergänzend hat Pimax eine Linux-Version von Pimax Play angekündigt. Wann die Software fertig ist und wie umfassend die Linux-Treiberunterstützung ausfällt, lässt sich daraus noch nicht ableiten.
Hoher Einstiegspreis, Versand erst 2027
Für das Crystal Pro nennt Pimax 1.399 US-Dollar als Herstellerpreis und 1.899 US-Dollar für das Paket mit 60G AirLink. Das Funksystem soll separat 599 US-Dollar kosten. Das sind keine bestätigten deutschen Endpreise; Steuern und regionale Konditionen können abweichen.
Die aktuelle Hersteller-Produktseite ermöglicht eine Reservierung für einen US-Dollar, kennzeichnet diese Zahlung aber als nicht erstattbar. Vorführungen sind für das vierte Quartal 2026 geplant, der Versand für 2027. Termine und Preise der Ringless-Controller sowie des Spation-Rechners bleiben offen. Damit steht bislang vor allem ein technischer Plan: Ob das neue Funkverfahren im Alltag die Bildqualität und Stabilität einer Kabelverbindung erreicht, muss erst unabhängige Praxis zeigen.
Offizielle Quellen: Pimax: Produktankündigung vom 6. Oktober 2026, Pimax: Crystal-Pro-Produktseite mit Reservierungs- und Versandangaben.