DON’T NOD: Bis zu 85 Jobs gefährdet – im November fällt die Entscheidung
Von Gameforest Redaktion Veröffentlicht 3 Minuten Lesezeit
Beim französischen Studio DON’T NOD stehen bis zu 85 Arbeitsplätze zur Disposition. Die Gewerkschaft STJV nennt nun konkrete Termine für das weitere Verfahren: Am 3. November 2026 soll die Mitarbeitervertretung ihre Stellungnahme abgeben. Kündigungen könnten nach Darstellung der Gewerkschaft frühestens Ende November folgen. Eine endgültige Entscheidung über den Personalabbau liegt noch nicht vor.
Warum die nächsten Wochen entscheidend sind
Das Unternehmen hinter Life is Strange, Jusant und Lost Records: Bloom & Rage hatte die geplante Neuaufstellung bereits im September angekündigt. Die französischen Entwicklungsteams sollen sich künftig auf eine Produktionslinie konzentrieren. DON’T NOD bezifferte die möglichen Auswirkungen zuletzt auf bis zu 85 Stellen in Frankreich. Der Standort Montréal soll von dieser Umstrukturierung nach Unternehmensangaben nicht betroffen sein.
In ihrer Stellungnahme vom 27. Oktober beschreibt die Gewerkschaft STJV die Verhandlungen als gescheitert. Sie wirft der Geschäftsführung vor, die vorgesehenen Berufsgruppen so eng zu definieren, dass einzelne Beschäftigte gezielt ausgewählt werden könnten. Die Gewerkschaft spricht von 47 Kategorien für 140 Mitarbeiter in Frankreich, davon 23 mit jeweils nur einer Person. Das sind Vorwürfe der Arbeitnehmervertretung, keine gerichtlich festgestellten Verstöße.
Am 3. November endet laut STJV die Anhörung der Mitarbeitervertretung. Danach soll die zuständige Behörde innerhalb von 21 Tagen über den vorgelegten Stellenabbauplan entscheiden. Sollte sie zustimmen, könnten erste Kündigungsschreiben nach Angaben der Gewerkschaft am 25. November verschickt werden. Auch eine Ablehnung und weitere Verhandlungen sind möglich.
Was das gerichtliche Schutzverfahren bedeutet
DON’T NOD befindet sich seit dem 19. Oktober 2026 in einem französischen gerichtlichen Schutzverfahren, der sogenannten procédure de sauvegarde. Das Unternehmen beantragte den Schritt selbst, um seinen laufenden Betrieb abzusichern und eine tragfähige Finanzierungslösung zu finden. Das Pariser Gericht eröffnete zunächst eine sechsmonatige Beobachtungsphase. Bestehende Verbindlichkeiten werden während des Verfahrens nach den gesetzlichen Regeln eingefroren.
Das Verfahren bedeutet weder eine bereits beschlossene Schließung des Studios noch eine abgeschlossene Insolvenzabwicklung. Es löst allerdings auch nicht automatisch die Finanzierungsprobleme oder den parallel verhandelten Personalabbau.
6,1 Millionen Euro Umsatz, aber weiter hohe Verluste
Die Halbjahreszahlen erklären, warum die Situation angespannt ist. DON’T NOD setzte in den ersten sechs Monaten 2026 rund 6,1 Millionen Euro um, 14 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der operative EBITDA-Verlust stieg von knapp 2,0 auf rund 4,3 Millionen Euro. Ende Juni verfügte das Unternehmen noch über rund 9,9 Millionen Euro an Zahlungsmitteln.
Die Geschäftsführung erklärte am 20. Oktober, dass der Betrieb über den 31. Januar 2027 hinaus ohne zusätzliche Finanzierung nicht gesichert sei. Dazu trägt nach Unternehmensangaben auch bei, dass sich Aphelion schlechter verkaufte als erwartet. Das französische Studio soll seine verbleibenden Ressourcen auf ein bislang nicht näher benanntes Projekt konzentrieren. In Montréal arbeitet DON’T NOD an einem von Netflix finanzierten Erzählspiel.
Für die Spieleprojekte gibt es damit zwei unterschiedliche Fragen: Ob eine neue Finanzierung den Fortbestand der Studios absichert und wie viel Entwicklungskapazität in Frankreich nach dem Stellenabbau bleibt. Aus dem Verfahren folgt bislang keine bestätigte Einstellung eines konkreten Spiels.